Der Alpenkönig und
der Menschenfeind
Ein romantisch-komisches Zauberspiel von
Ferdinand Raimund
Rappelkopf – das ist der „sprechende“ Namen eines Mannes mit mehr als cholerischem Temperament: In Haus und Familie herrscht er wie ein Autokrat, dabei ständig am Rande des Verfolgungswahns. Jede Ungeschicklichkeit sieht er als Anschlag auf sich selbst. Er ist natürlich gut und fehlerlos, alle anderen von Übel. Parallelen zu den Größenwahnsinnigen dieser Erde drängen sich geradezu auf. Und jedenfalls ist das die Ausgangslage für eine der klügsten Komödien der Weltliteratur und – wie oft schon bemerkt wurde – für einen thematischen Vorläufer der Psychotherapie.
Dieser Menschenfeind Rappelkopf beschimpft seine Frau und seine Bediensteten aufs Übelste, verbietet der Tochter ihren langjährigen und treuen Geliebten zu heiraten und rennt schließlich, nach einem vermeintlichen Anschlag auf sein Leben, in den Wald, um endgültig als Einsiedler seine Tage mit Hass auf alle anderen zuzubringen.
Wie gut, dass im Wald ein Geisterkönig der Alpen sein Wesen treibt, der dem jungen Liebespaar schon seinerzeit Unterstützung zugesagt hatte. Er zwingt Rappelkopf in eine psychoanalytische Situation, in der er in Person seines Schwagers sein eigenes Verhalten beobachten kann, dargestellt vom Alpenkönig höchstpersönlich, der dazu in Rappelkopfs Körper schlüpft… Ein aberwitziges und komödiantisches Chaos entwickelt sich, gespickt von ironischen Kommentaren und schlussendlich einer gehörigen Portion Selbsterkenntnis. Und natürlich ist das ein Fressen für Schauspieler:innen, vor allem wenn sie so musikalisch wie unser Ensemble sind, um die wunderbaren und pointierten Couplets nach Art eines Singspiels zu präsentieren…